Unternehmen, die derzeit ein großes Sprachmodell, eine Retrieval-Augmented-Generation-Anwendung oder autonome Agenten produktiv betreiben möchten, müssen nicht nur die Rechenleistung einer GPU vergleichen. Die eigentliche Entscheidung betrifft den gesamten Softwarestapel, die Modellkompatibilität, das Netzwerk, die Ausfallsicherheit und die späteren Migrationskosten. AMD Advancing AI 2026 und die Auswahl von Inferenzclustern liefern dafür wichtige Anhaltspunkte, ersetzen aber keinen arbeitslastbezogenen Test. Dieser Beitrag zeigt, wann AMD sinnvoll ist, wo NVIDIA weiterhin einen Reifevorsprung besitzt und wie Sie beide Plattformen mit einem kontrollierten Pilotprojekt vergleichen.
Die Kurzentscheidung: Nicht die GPU, sondern die Arbeitslast entscheidet
Für die meisten Unternehmen lautet die richtige Antwort nicht pauschal „AMD“ oder „NVIDIA“. Eine belastbare Vorauswahl sieht eher so aus:
| Entscheidungssituation | Tendenz | Begründung |
|---|---|---|
| Bestehende Anwendung nutzt viele CUDA-Erweiterungen, TensorRT oder spezialisierte Bibliotheken | NVIDIA | Geringeres Migrationsrisiko und meist kürzerer Weg zur Produktionsreife |
| Neue Plattform soll möglichst offen und multi-vendor-fähig aufgebaut werden | AMD oder gemischtes Cluster | ROCm, offene Schnittstellen und getrennte Validierung verringern die Abhängigkeit von einem Anbieter |
| Hauptproblem ist eine hohe Speicherkapazität pro Beschleuniger | AMD prüfen | Die konkrete GPU-Konfiguration und das Modell müssen jedoch im Test bestätigt werden |
| Echtzeit-Agenten mit strengen Latenzvorgaben | Anbieter nach Messung auswählen | Kommunikationswege, KV-Cache, Batch-Verhalten und Netzwerk sind oft entscheidender als Spitzenwerte |
| Kleine Entwicklungs- oder Validierungsumgebung | Cloud- oder Mietumgebung | Sie vermeiden eine frühe Kapitalbindung und können Modelle, Treiber und Container zuerst praktisch prüfen |
AMD positioniert Advancing AI 2026 ausdrücklich als Veranstaltung zu KI-Infrastruktur, Architektur und Entwicklung. Die offizielle Agenda nennt den 23.07.2026 um 09:30 Uhr Pacific Time für die Keynote von Lisa Su. Außerdem umfasst die Veranstaltung mehr als 100 Sitzungen, darunter technische Workshops und Gespräche zu Unternehmensarchitekturen. Für Einkäufer ist deshalb weniger die Präsentation einzelner Chips entscheidend als die Frage, ob sich daraus ein tragfähiger Betriebs- und Migrationspfad ergibt. (amd.com)
Welche Probleme müssen Sie vor der Beschaffung klären?
1. Modellkompatibilität ist kein Etikett
Ein Modell kann grundsätzlich auf AMD und NVIDIA laufen und trotzdem auf einer Plattform deutlich mehr Anpassungsarbeit verursachen. Prüfen Sie nicht nur, ob ein Framework installiert werden kann. Entscheidend ist, ob die von Ihnen verwendeten Operatoren, Quantisierungsverfahren, Attention-Implementierungen, Tokenizer, Adapter und Überwachungswerkzeuge tatsächlich funktionieren.
Besonders kritisch sind eigene CUDA-Kernels, kundenspezifische Plugins und voroptimierte Container. Ein Wechsel zu AMD kann in solchen Fällen nicht durch eine Änderung der Gerätekennung erledigt werden.
2. Die versteckten Kosten entstehen nach dem Kauf
Die Hardware ist nur ein Teil des Gesamtbudgets. Hinzu kommen:
- Anpassung von Containern und Installationsskripten;
- Ersatz oder Portierung eigener GPU-Kernels;
- zusätzliche Testzyklen für Genauigkeit und Stabilität;
- Schulung des Betriebsteams;
- paralleler Betrieb während der Migration;
- höhere Kosten durch verzögerte Markteinführung.
Ein niedrigerer Beschaffungspreis verliert seinen Vorteil, wenn mehrere Monate Entwicklungszeit benötigt werden, bis der Dienst dieselbe Zuverlässigkeit wie die bisherige Umgebung erreicht.
3. Spitzenleistung sagt wenig über die Dienstqualität aus
Bei einem interaktiven Agenten zählt nicht nur die maximale Anzahl generierter Token pro Sekunde. Relevant sind auch Zeit bis zum ersten Token, Antwortlatenz unter Last, Fehlerquote, Verhalten bei langen Kontexten, Speichernutzung und Wiederanlauf nach einem Fehler.
Ein Cluster, das im Labor beeindruckende Spitzenwerte erreicht, kann im Betrieb durch Speicherengpässe, Netzwerkstaus oder zu kleine Batches deutlich schlechter abschneiden.
4. Eine Ein-Anbieter-Strategie erhöht das Abhängigkeitsrisiko
Ein einzelner Software- und Hardwarestapel kann die Administration vereinfachen. Er erhöht aber auch das Risiko bei Lieferzeiten, Lizenzänderungen, Treiberwechseln und strategischen Abhängigkeiten. Eine heterogene Architektur ist nicht automatisch besser: Sie verlangt zusätzliche Tests und mehr Know-how. Sie kann jedoch sinnvoll sein, wenn Ihre Organisation unterschiedliche Arbeitslasten sauber voneinander trennt.
Was AMD Advancing AI 2026 für Unternehmensarchitekturen signalisiert
Die offizielle AMD-Veranstaltungsseite stellt drei Themen in den Vordergrund: Infrastruktur, Architektur und Entwicklung. Besonders relevant für Unternehmen ist die angekündigte Sitzung „From AI Clusters to AI Factories“, in der AMD den Netzwerktransport für große KI-Systeme und Multipath Reliable Connection über RoCEv2 behandelt. Das ist für die Auswahl eines Inferenzclusters wichtig, weil mit wachsender GPU-Anzahl die Kommunikation zwischen Beschleunigern, Knoten und Speichersystemen zum begrenzenden Faktor werden kann. (amd.com)
Daraus lassen sich drei praktische Signale ableiten:
- Die Infrastruktur wird stärker als Gesamtsystem betrachtet. GPU, CPU, Netzwerkkarte, Speicher, Kühlung und Orchestrierung müssen zusammen validiert werden.
- Offene Schnittstellen gewinnen an Bedeutung. Unternehmen möchten nicht für jede Änderung des Modells eine vollständig proprietäre Pipeline umbauen.
- Die Skalierung muss bereits im Pilot berücksichtigt werden. Ein Einzelknoten-Test ist notwendig, aber nicht ausreichend, wenn später mehrere Knoten und mehrere Mandanten geplant sind.
Das bedeutet nicht, dass AMD automatisch die bessere Wahl ist. Es bedeutet, dass Sie bei AMD insbesondere die Reife des konkreten Softwarepfades, der Netzwerkkommunikation und der Betriebswerkzeuge prüfen müssen.
AMD oder NVIDIA für große Sprachmodelle?
Die Frage „AMD oder NVIDIA für große Sprachmodelle“ sollte in vier Arbeitslastklassen zerlegt werden.
| Arbeitslast | Wichtigste Messgröße | Typische Entscheidungskriterien |
|---|---|---|
| Interaktive Chat-Anwendung | Zeit bis zum ersten Token und Perzentil-Latenz | KV-Cache, kleine Batches, stabile Laufzeit |
| Batch-Inferenz | Token pro Stunde und Auslastung | Große Batches, Speicherbandbreite, Kosten je Anfrage |
| Retrieval-Augmented Generation | End-to-End-Latenz | Embeddings, Datenbankzugriff, Netzwerk und Generator gemeinsam testen |
| Agentenplattform | Fehlerquote und Wiederanlaufzeit | Viele kurze Modellaufrufe, Tool-Aufrufe, Parallelität und Beobachtbarkeit |
| Feinabstimmung | Trainingszeit und Speicherbedarf | Framework-Unterstützung, verteilte Kommunikation und Checkpointing |
Bei einer neuen RAG-Plattform kann AMD interessant sein, wenn Sie die Anwendung von Anfang an containerisiert und hardwareunabhängig entwickeln. Bei einer bestehenden NVIDIA-Pipeline mit zahlreichen CUDA-Abhängigkeiten ist der Wechsel dagegen ein Softwareprojekt und kein reiner Hardwaretausch.
Für Echtzeit-Agenten sollten Sie mindestens drei Szenarien messen: eine einzelne Anfrage, zehn bis mehrere hundert parallele Anfragen sowie einen Belastungstest mit langen Kontexten. Erst dadurch erkennen Sie, ob eine Plattform im produktiven Bereich stabil bleibt.
AMD-Inferenzcluster: Für welche Unternehmen ist es geeignet?
AMD ist besonders interessant, wenn mindestens mehrere der folgenden Bedingungen erfüllt sind:
- Ihre Modelle basieren überwiegend auf verbreiteten Frameworks und benötigen keine große Zahl proprietärer Erweiterungen.
- Sie möchten eine Multi-Vendor-Strategie aufbauen und sind bereit, die Plattformen getrennt zu validieren.
- Sie können Container, Treiber und Modellserver selbst kontrollieren.
- Ihre Arbeitslast profitiert von einer hohen Speicherkapazität oder einer bestimmten Systemarchitektur.
- Sie verfügen über ein Team, das Linux, Kubernetes, verteilte Kommunikation und GPU-Überwachung beherrscht.
- Sie wollen nicht jede neue Anwendung an eine einzige Anbieterplattform binden.
AMD beschreibt ROCm als offenen Softwarestapel mit Programmierschnittstellen, Compilern, Bibliotheken und Laufzeitkomponenten. Der Hersteller nennt außerdem Unterstützung für Docker, Singularity, Kubernetes und Slurm. Das ist eine brauchbare Grundlage für Unternehmenscluster, aber keine Garantie, dass jede konkrete Anwendung ohne Änderungen läuft. (amd.com)
Besonders wichtig ist die tatsächliche Versionierung. Die offizielle ROCm-Dokumentation weist darauf hin, dass die unterstützte ROCm-PyTorch-Variante in einem eigenen AMD-Repository gepflegt wird und dass geprüfte PyTorch-Container regelmäßig zusammen mit neuen ROCm-Versionen erscheinen. Für den Betrieb bedeutet das: Versionen müssen als getestete Kombination dokumentiert werden, anstatt Framework und Treiber unabhängig voneinander zu aktualisieren. (rocm.docs.amd.com)
NVIDIA-Inferenzcluster: Wo liegt der Reifevorteil?
NVIDIA besitzt für viele Unternehmen einen praktischen Vorteil: Der Weg von einem bestehenden CUDA-Prototyp zu einer produktiven Inferenzpipeline ist häufig besser dokumentiert und mit mehr vorgefertigten Komponenten abgedeckt.
TensorRT kann Modelle aus PyTorch, ONNX und weiteren Frameworks in optimierte Laufzeit-Engines überführen. Die aktuelle Dokumentation beschreibt Unterstützung für gemischte Genauigkeiten wie FP32, FP16, BF16, FP8, INT8, FP4 und INT4. TensorRT-LLM deckt außerdem Funktionen wie Multi-GPU- und Multi-Knoten-Betrieb, In-Flight-Batching, KV-Cache-Optimierung und Quantisierung ab. (docs.nvidia.com)
Für den Enterprise-Betrieb ist auch die Managementschicht relevant. Die Dokumentation zu NVIDIA AI Enterprise nennt Kubernetes, Container Runtime, GPU Operator, Telemetrie, GPUDirect RDMA, GPUDirect Storage und NIM-Komponenten als Bestandteile eines Referenzstapels. Diese Werkzeuge können die Bereitstellung und den Betrieb vereinfachen, erzeugen aber je nach gewählter Lizenz- und Supportstruktur zusätzliche laufende Kosten. (docs.nvidia.com)
NVIDIA ist daher oft die risikoärmere Wahl, wenn:
- bereits viele CUDA-Anwendungen produktiv sind;
- der Zeitplan für den Produktionsstart knapp ist;
- ein Dienstleister oder internes Team vor allem NVIDIA-Erfahrung besitzt;
- die Plattform stark auf TensorRT, NIM oder andere CUDA-nahe Komponenten setzt;
- ein einheitlicher Supportprozess wichtiger ist als maximale Offenheit.
ROCm und CUDA im direkten Praxistest
Ein theoretischer ROCm-und-CUDA-Ökosystemvergleich reicht für eine Kaufentscheidung nicht aus. Verwenden Sie einen reproduzierbaren Testaufbau mit identischen Eingaben, Modellgewichten und Dienstparametern.
Fünf Schritte für einen belastbaren Vergleich
-
Modell und Anwendung einfrieren
Wählen Sie ein reales Produktionsmodell, eine feste Version des Tokenizers und repräsentative Eingaben. Testdaten müssen Datenschutzanforderungen erfüllen und sollten keine ungeprüften Kundendaten enthalten. -
Abhängigkeiten erfassen
Dokumentieren Sie Framework-Version, Python-Version, Container-Basis, Modellserver, Quantisierung, eigene Erweiterungen und alle GPU-spezifischen Bibliotheken. -
Einzelknoten testen
Messen Sie Startzeit, Speicherbedarf, Zeit bis zum ersten Token, Durchsatz, Antwortlatenz und numerische Abweichungen. Vergleichen Sie nicht nur den schnellsten Lauf, sondern Median und hohe Perzentile. -
Skalierung prüfen
Erhöhen Sie die Zahl der GPUs und anschließend die Zahl der Knoten. Achten Sie auf Kommunikationsverluste, Netzwerkauslastung, Synchronisationszeiten und die Veränderung der effektiven Auslastung. -
Störung und Rückfall testen
Unterbrechen Sie einen Worker, ersetzen Sie einen Container und simulieren Sie einen Neustart. Eine Plattform ist für Unternehmen erst dann geeignet, wenn der Dienst kontrolliert zurück in Betrieb geht.
Das Ergebnis sollte eine Kompatibilitätsmatrix sein. Markieren Sie jede Komponente als „unverändert nutzbar“, „mit Konfigurationsänderung nutzbar“, „Portierung erforderlich“ oder „nicht verfügbar“. Genau diese Matrix bildet die Grundlage für die AMD-GPU-Migrationsbewertung.
Netzwerk, Speicher und Orchestrierung nicht nachträglich planen
Ein Inferenzcluster besteht nicht nur aus Beschleunigern. Bei langen Kontexten müssen Modellgewichte, KV-Cache, Eingaben und Ausgaben zwischen CPU, GPU, Speicher und Netzwerk bewegt werden. Wenn diese Pfade nicht zusammenpassen, steigt die Latenz trotz ausreichender Rechenleistung.
Prüfen Sie deshalb:
- Bandbreite und Latenz zwischen den Knoten;
- Verhalten bei gleichzeitigem Zugriff auf gemeinsame Speicher;
- Wiederaufnahme nach einem GPU- oder Knotenfehler;
- Ressourcenzuteilung für mehrere Teams;
- Isolation sensibler Daten und Protokolle;
- Messbarkeit von Temperatur, Speicher, Auslastung und Fehlern;
- automatische Skalierung nach tatsächlicher Nachfrage.
Kubernetes kann die Orchestrierung vereinheitlichen, aber GPU-Treiber, Geräte-Plugins, Container-Runtime und Monitoring müssen als zusammengehöriger Stack getestet werden. Bei AMD sollten Sie zusätzlich die ROCm- und RCCL-Versionen festhalten. Bei NVIDIA gehören CUDA-, Treiber-, TensorRT- und gegebenenfalls NIM-Versionen in dieselbe Freigabedokumentation.
Gesamtkosten richtig berechnen
Vergleichen Sie AMD und NVIDIA nicht nur über den Kaufpreis eines Beschleunigers. Verwenden Sie eine Kostenformel über den gesamten Lebenszyklus:
Gesamtkosten = Hardware + Netzwerk + Speicher + Softwarelizenzen + Migration + Betriebspersonal + Energie + Ausfall- und Wartezeit.
Die wichtigsten Kostenblöcke sind:
- Investitionskosten: Server, Beschleuniger, Netzwerkkarten, Speicher, Rack und Stromversorgung.
- Softwarekosten: Unternehmenssupport, Managementwerkzeuge, Beobachtbarkeit und gegebenenfalls kommerzielle Laufzeitkomponenten.
- Migrationskosten: Anpassung von CUDA-Code, Containern, Operatoren und Testautomatisierung.
- Betriebskosten: Bereitschaftsdienst, Treiberpflege, Sicherheitsupdates, Ersatzteile und Kapazitätsplanung.
- Geschäftskosten: Verzögerte Markteinführung, unzuverlässige Antworten und nicht eingehaltene Service-Ziele.
Für eine faire Gegenüberstellung berechnen Sie nicht nur Kosten pro GPU-Stunde, sondern Kosten pro erfolgreicher Anfrage oder pro einer Million ausgegebener Token. Ein System mit höherem Energieverbrauch kann wirtschaftlich sein, wenn es deutlich mehr erfolgreiche Anfragen pro Stunde verarbeitet. Umgekehrt kann eine günstigere Plattform durch geringe Auslastung oder zusätzliche Handarbeit teurer werden.
AMD-GPU-Migrationsbewertung: Der risikoarme Pilot
Wenn bereits NVIDIA-Workloads vorhanden sind, sollten Sie nicht sofort das gesamte Cluster austauschen. Ein kontrollierter Pilot lässt sich in fünf Phasen durchführen:
-
Inventar erstellen
Listen Sie Modelle, Container, CUDA-Erweiterungen, Modellserver, Datenquellen und Betriebsabhängigkeiten auf. -
Kritische Pfade auswählen
Beginnen Sie mit einem Dienst, der geschäftlich wichtig, aber technisch begrenzt und rückrollbar ist. Vermeiden Sie als ersten Test die komplexeste Plattform. -
AMD-Umgebung reproduzieren
Verwenden Sie eine möglichst ähnliche Betriebssystem-, Python-, Container- und Orchestrierungsversion. Ändern Sie nur die für ROCm notwendige Ebene. -
Parallelen Schattenbetrieb einrichten
Leiten Sie einen begrenzten Anteil synthetischer oder anonymisierter Anfragen an beide Umgebungen. Vergleichen Sie Qualität, Latenz, Fehler und Ressourcenverbrauch. -
Produktionsentscheidung dokumentieren
Definieren Sie vorab klare Abbruchkriterien. Dazu zählen beispielsweise eine nicht akzeptable Antwortabweichung, ein zu hoher manueller Pflegeaufwand oder eine unzureichende Wiederanlaufzeit.
Für Compliance-sensitive Unternehmen sollten Sie zusätzlich prüfen, wo Protokolle, Zugangsdaten und Modellartefakte gespeichert werden. Die technische Entscheidung muss mit DSGVO-Vorgaben, Rollenrechten, Verschlüsselung und Aufbewahrungsfristen vereinbar sein.
Mac-Entwicklungsumgebung für heterogene Inferenz testen
Vor dem Kauf eines großen Clusters müssen Entwicklerteams oft zunächst die Schnittstellen prüfen: API-Aufrufe, Agentenlogik, Streaming, Werkzeugaufrufe, Fehlerbehandlung und Versionsverwaltung. Dafür benötigen sie nicht zwingend sofort dieselbe GPU-Infrastruktur wie die spätere Produktion.
Ein sinnvoller Ablauf besteht aus folgenden Schritten:
- Sie entwickeln die Client- und Agentenlogik in einer isolierten Mac-Umgebung.
- Sie verbinden den Dienst über eine abgesicherte API oder einen privaten Netzwerkpfad mit dem AMD- oder NVIDIA-Testcluster.
- Sie führen Tests für Streaming, Zeitüberschreitungen, Wiederholungen und strukturierte Ausgaben durch.
- Sie prüfen die Unterschiede zwischen lokaler Entwicklung, Remote-Ausführung und produktiver Bereitstellung.
- Sie dokumentieren alle Umgebungsvariablen, Zugangsebenen und Protokollierungsregeln.
Für Teams, die noch keine große Hardwarebeschaffung rechtfertigen können, kann ein zeitlich begrenzter Mac-Arbeitsplatz die Entwicklung und Schnittstellenprüfung vom späteren GPU-Kauf entkoppeln. Informationen zu verfügbaren Umgebungen finden Sie auf der Seite ZovCloud für Mac-Arbeitsplätze. Für eine konkrete Pilotplanung sollten Sie außerdem die Mietmodelle und Preise sowie die Hinweise im ZovCloud-Hilfebereich prüfen.
Wichtig ist die Abgrenzung: Ein Mac ersetzt kein AMD- oder NVIDIA-Inferenzcluster für große Produktionsmodelle. Er kann jedoch helfen, Clientsoftware, Agentenabläufe, Remote-Entwicklung und API-Verträge vor der teuren Infrastrukturentscheidung zu validieren.
Die häufigsten Fehler bei der Clusterentscheidung
Herstellerbenchmarks werden mit Geschäftsergebnissen verwechselt
Ein Herstellerbenchmark kann unter bestimmten Modell-, Batch- und Softwarebedingungen korrekt sein. Er sagt aber nicht automatisch etwas über Ihre Daten, Ihre Latenzziele oder Ihre Fehlerbehandlung aus. Verwenden Sie immer eigene repräsentative Eingaben.
Softwaremigration wird zu spät budgetiert
Wenn Ihr Team CUDA-Kernels, TensorRT-Plugins oder spezielle Bibliotheken nutzt, ist die Migration ein Entwicklungsprojekt. Planen Sie dafür Zeit, Testressourcen und einen Rückfallpfad ein.
Netzwerk und Speicher werden erst nach der GPU-Auswahl betrachtet
Bei langen Kontexten, RAG und Multi-Knoten-Betrieb können Datenbewegungen die Beschleuniger ausbremsen. Die Netzwerktopologie muss deshalb vor der endgültigen Beschaffung in einem realistischen Maßstab getestet werden.
Eine heterogene Umgebung wird ohne Betriebsmodell aufgebaut
AMD und NVIDIA parallel zu betreiben kann strategisch sinnvoll sein. Ohne standardisierte Container, getrennte Freigabepipelines, einheitliches Monitoring und klare Zuständigkeiten entstehen jedoch zwei schwer wartbare Plattformen.
Datenschutz und Zugriffsrechte bleiben unklar
Testdaten, Modellgewichte, Prompts und Protokolle können vertrauliche Informationen enthalten. Legen Sie vor dem Pilotbetrieb fest, wer Zugriff erhält, wo Daten gespeichert werden und wie lange Protokolle aufbewahrt werden.
Fazit: Welche Plattform sollten Sie wählen?
Wenn Ihre Organisation bereits tief in CUDA, TensorRT und NVIDIA-spezifische Betriebswerkzeuge investiert ist, bietet NVIDIA häufig den kürzeren und risikoärmeren Weg zur Produktion. Wenn Sie dagegen eine offenere Multi-Vendor-Architektur anstreben, Ihre Modelle sauber containerisieren können und bereit sind, ROCm mit realen Arbeitslasten zu validieren, verdient AMD einen ernsthaften Pilotbetrieb.
Die bessere Entscheidung entsteht nicht aus einer Keynote und nicht aus einem einzelnen Datenblatt. Sie entsteht aus einer Vergleichsmatrix mit Modellkompatibilität, Latenz, Durchsatz, Ausfallsicherheit, Netzwerkverhalten, Betriebsaufwand und Gesamtkosten.
Falls Ihr aktuelles Vorgehen lediglich darin besteht, lokale Entwicklerrechner, einzelne Testserver und manuelle Remote-Verbindungen zusammenzuschalten, entstehen dabei meist vier Nachteile: unklare Umgebungsabweichungen, fehlende Isolation, schwer reproduzierbare Tests und unnötige Vorabinvestitionen. Für die Vorbereitungsphase kann es deshalb sinnvoller sein, eine Mac-Umgebung zu mieten, die Entwicklung und Schnittstellenprüfung vom späteren Clusterkauf trennt. So testen Sie Ihre Agenten- und API-Kette früher, ohne bereits eine langfristige Hardwareentscheidung zu erzwingen.
Ist AMD oder NVIDIA besser geeignet, um große Sprachmodelle auszuführen?
Das hängt stärker von Modell, Framework, Batchgröße und Latenzziel ab als vom Hersteller allein. NVIDIA bietet meist den reiferen CUDA- und TensorRT-Pfad, während AMD bei offenem Softwarezugang, Speicherausstattung und einer bewussten Multi-Vendor-Strategie interessant sein kann.
Wie vergleichen wir ROCm und CUDA in einem Unternehmen?
Nutzen Sie Ihr echtes Modell, denselben Container, dieselben Eingabedaten und identische Zielmetriken. Messen Sie Antwortlatenz, Durchsatz, Speichernutzung, Fehlerrate, Startzeit und manuellen Betriebsaufwand.
Wie beginnt eine AMD-GPU-Migrationsbewertung ohne großes Risiko?
Starten Sie mit einem abgegrenzten Modellservice, prüfen Sie alle Abhängigkeiten und führen Sie anschließend einen parallelen Testbetrieb mit begrenztem Datenverkehr durch. Erst nach einem erfolgreichen Rückfalltest sollten Sie die Produktionsquote erhöhen.
Ihre Inferenztests mit ZovCloud praktisch evaluieren
Mit ZovCloud erhalten Sie einen dedizierten Mac für reproduzierbare Tests von Modellen, Laufzeiten und Inferenz-Workloads.
Prüfen Sie Ihre Anwendungen per Fernzugriff unter realistischen Bedingungen, bevor Sie eine größere Infrastrukturentscheidung treffen.